TELEPIK (aktuelles Projekt)

wir freuen uns, Ihnen heute mitteilen zu können, dass das Vorhaben „Tele-unterstützte Pflege im Katastrophenfall – Ein Konzept für den Betreuungsplatz Pflege (TELEPIK)“ die rechtsverbindliche Zusage des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) erhalten hat. Mit dem gestrigen 1. September 2025 startet das Verbundprojekt offiziell und wird bis zum 31. August 2027 durchgeführt.

 

Die Umsetzung erfolgt durch das DRK Generalsekretariat, Team Sicherheitsforschung (Verbundkoordination), die Uniklinik RWTH Aachen (UKA), Acute Care Innovation Hub sowie MA&T Sell & Partner GmbH (MA&T).

 

Das Konsortium bereitet in den kommenden Wochen die Auftaktphase und die ersten Arbeitspakete vor. Für Sie als assoziierte Partnerinnen und Partner wird es demnächst eine digitale Informationsveranstaltung geben, in der wir das Projekt im Detail vorstellen und die Einbindung der assoziierten Partner erläutern und besprechen. Eine Einladung folgt.

 

Wir danken Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützungsschreiben in der Antragsphase des Projekts. Der starke Kreis an assoziierten Partnern war zweifellos ein wichtiges Kriterium für die positive Bewertung unserer Projektidee und wird für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts von großer Bedeutung sein.

Publikationen von Mitgliedern

Publikationen von PD Dr. Andreas Follmann

Der nachfolgende Link sollte zur Pubmed-Seite mit den Publikationen führen: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=Follmann+A+%5BAuthor%5D

 

 

Stellungnahme „Triage“

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) e.V. zur gestrigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) e.V. begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die gesetzlichen Regelungen zur sogenannten „Triage“ für nichtig erklärt wurden. Das Gericht hat klargestellt, dass ein derartiger Eingriff in die ärztliche Berufsfreiheit verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt war.

 

Die DGKM weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „Triage“ im aktuellen juristischen und politischen Diskurs häufig unscharf verwendet wird. In der Katastrophenmedizin – also der medizinischen Versorgung in Katastrophen oder Großschadensereignissen mit Mangel an Ressourcen –

 

ist die Sichtung ein fest etablierter, klinisch-organisatorischer Prozess zur Priorisierung der medizinischen Versorgung nach objektiven medizinischen Kriterien, um unter hohem Zeitdruck möglichst viele Betroffene adäquat zu behandeln. Diese Sichtung dient der Behandlungsreihenfolge, nicht der Behandlungsverweigerung.

 

Demgegenüber bezeichnet die Triage im intensivmedizinischen Kontext eine ethisch und rechtlich außergewöhnliche Situation, in der lebensrettende Ressourcen so knapp werden, dass Entscheidungen darüber getroffen werden müssen, welche Patientinnen und Patienten wie behandelt werden können. Dabei spielen vor allem individuelle Faktoren wie die Behandlungsindikation und Therapieziele, aber auch die Gesamtlage eine wichtige Rolle. Solche Lagen sind Ausdruck eines strukturellen Mangels und dürfen nicht mit der regulären Sichtung im Katastrophenfall verwechselt werden.

 

Bereits in ihrer Orientierungshilfe von 2021 („Covid-19-Pandemie – Medizinische und ethische Aspekte bei der Verteilung knapper Ressourcen und der Triage-Situation“) hat die DGKM hervorgehoben, dass ärztliche Entscheidungen in derartigen Extremsituationen nicht durch starre juristische Vorgaben ersetzt werden dürfen. Ärztliches Handeln muss sich an medizinischer Evidenz, ethischer Verantwortung und fachlicher Kompetenz orientieren – im Team, transparent und unter Anwendung des Mehraugenprinzips.

 

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts stärkt die Therapiefreiheit und unterstreicht die Verantwortung von Ärztinnen und Ärzte, auch in außergewöhnlichen Situationen mit einem Ressourcenmangel. Für die Katastrophenmedizin ist entscheidend, Strukturen so zu gestalten, dass es gar nicht erst zu echten Triage-Situationen kommt. Die DGKM unterstreicht, dass das zentrale Ziel jeder Katastrophenvorsorge darin besteht, Ressourcenknappheit zu vermeiden und damit den strukturierten Aufbau eines gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes weiter voranzubringen. Dazu gehören robuste Versorgungsstrukturen, eine vorausschauende Planung, die Sicherstellung personeller und materieller Ausstattung und sinnhafter Redundanzen sowie eine kontinuierliche Schulung medizinischer Einsatzkräfte im Bereich der Sichtung und Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

 

Gemeinsam mit anderen medizinischen Fachgesellschaften, wie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA), fordert die DGKM, dass zukünftige Regelungen zur Zuteilung knapper medizinischer Ressourcen nur unter aktiver Einbindung klinisch erfahrener Fachleute erarbeitet werden. Nur so können praxistaugliche und ethisch tragfähige Standards entstehen, die Ärztinnen und Ärzte in Ausnahmesituationen unterstützen, ohne sie zu überfordern.

 

Die DGKM wird sich weiterhin aktiv in die Diskussion und Weiterentwicklung einer Empfehlung um ethisch verantwortete und medizinisch fundierte Entscheidungsprozesse in Mangellagen einbringen – mit dem Ziel, die Katastrophenmedizin in Deutschland auf eine klare, menschenwürdige und praxisnahe Grundlage zu stellen.

 

DGKM_Stellungnahme_Triage2025-1

 

 

Studie: Doppelrollen

„Einsatzbereitschaft auf dem Papier – im Ernstfall kommt nur die Hälfte“

Neue DGKM-Studie entlarvt gefährliche Lücken im Bevölkerungsschutz

Kirchseeon, 28. August 2025

 

Deutschland verlässt sich im Katastrophenfall auf über 1,7 Millionen ehrenamtliche Helferinnen und Helfer – doch wenn es ernst wird, bleibt von dieser beeindruckenden Zahl erschreckend wenig übrig. Eine jetzt veröffentlichte Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) mit 3.681 aktiven Ehrenamtlichen offenbart: Nur rund ein Drittel der Einsatzkräfte ist jederzeit verfügbar, und real stehen im Ernstfall nur etwa 44 % der registrierten Ehrenamtlichen bereit.

 

Doppelrollen: Die stille Schwachstelle im System

Mehr als die Hälfte der Ehrenamtlichen arbeitet hauptberuflich in kritischen Infrastrukturen (KRITIS) – etwa im Gesundheitswesen, bei Versorgern oder in der öffentlichen Sicherheit. Im Krisenfall werden sie dort dringend gebraucht und können nicht gleichzeitig im Bevölkerungsschutz helfen. Manche engagieren sich sogar in mehreren Ehrenämtern gleichzeitig, stehen aber naturgemäß trotzdem nur an einem Ort zur Verfügung. Was auf dem Papier nach Stärke aussieht, entpuppt sich in der Realität als riskante Illusion.

 

Beruf vor Ehrenamt – mit Folgen für die Einsatzbereitschaft

Hauptgrund für die eingeschränkte Verfügbarkeit ist die berufliche Tätigkeit: 57,4 % der Befragten gaben dies als Hindernis an. Besonders Ärztinnen und Ärzte sind hiervon betroffen – sie arbeiten mit durchschnittlich 49 Wochenstunden am Limit und sind dennoch in den Konzepten des Bevölkerungsschutzes fest eingeplant. Eine bundeseinheitliche, verlässliche Freistellungsregelung existiert nur für das Technische Hilfswerk und die Freiwillige Feuerwehr; für Hilfsorganisationen herrscht ein Flickenteppich aus regionalen Sonderregelungen. Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. fordert daher jetzt eine bundeseinheitliche Helfergleichstellung.

 

Ein Weckruf für Politik und Gesellschaft

„Unsere Ergebnisse sind ein deutlicher Warnschuss: Wir müssen uns ehrlich eingestehen, was unsere Einsatzkräfte im Krisenfall tatsächlich leisten können“, so PD Dr. med. Andreas Follmann, Präsident der DGKM. „Wir täuschen uns selbst, wenn wir glauben, dass der Bevölkerungsschutz so einsatzbereit ist, wie er in den Statistiken aussieht. Im Ernstfall könnten wir feststellen, dass mehr Lücken als Helfer vor Ort sind – und das kann Menschenleben kosten. Wir müssen deshalb dringend mögliche Optionen zur Kompensation erforschen – etwa den gezielten Einsatz von Telemedizin – um trotz Personalmangel handlungsfähig zu bleiben.“

Die DGKM fordert deshalb:

  • Bundeseinheitliche Helfergleichstellung für alle Einsatzkräfte, unabhängig von der
  • Systematische Erfassung von Doppelrollen und
  • Maßnahmen zur Entlastung besonders belasteter Berufsgruppen, um die reale Einsatzfähigkeit zu erhöhen.
  • Gezielte Nachwuchsgewinnung und attraktive Rahmenbedingungen für das

Fazit: Die Studie zeigt, dass der Bevölkerungsschutz in Deutschland auf wackligen Beinen steht. Ohne schnelle strukturelle Veränderungen drohen im nächsten Großschadensereignis nicht nur Versorgungslücken – sondern im schlimmsten Fall das Scheitern des gesamten Einsatzsystems.

 

Publikation:

Berliner L, Müller A, Fertig J, Follmann A, Wunderlich R: Wer kommt, wenn’s knallt? Verfügbarkeit von Einsatzkräften im Bevölkerungsschutz, erschienen am 28. August 2025. https://doi.org/10.1007/s10049-025-01610-8

 

Hier gibt es die Studie im Volltext zu lesen: s10049-025-01610-8 (5)

BBK-Forschungskongress vom 05.-07.02.2025 in Bonn

Nächste Woche geht es los – und auch wir sind dabei!

Falls Sie kein Ticket mehr erhalten haben – kein Problem: Wir laden Sie zu unserem hybriden mitgliedertalk am Freitag, den 07. Februar 2025 von 11-12:30 Uhr im Rahmen des BBK-Fachkongresses „Forschung für den Bevölkerungsschutz“ (vom 05.-07.02.2025) ein.
Vor Ort: Kleiner Saal, World Conference Center Bonn (WCCB)
Virtuell per Anmeldlink

Das Programm ist wie folgt geplant:
11:00 Uhr Begrüßung und Bericht des Präsidenten
Dr. Andreas Follmann, Präsident der DGKM

11:20 Uhr Keynote
„Schnittstellen und Synergien: Katastrophenmedizin als Teil des
gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes“
Prof. Peter Bradl, Vizepräsident der DGKM

11:40 Uhr Aktuelle Forschungsprojekte unter DGKM-Beteiligung
11:40 Uhr BMBF-Projekt KABINE
Tobias Martin, Uniklinik RWTH Aachen

11:47 Uhr Projekt KatApp
Dr. Robert Wunderlich, UK Tübingen

12:54 Uhr BMBF-Projekt VitalKITE
Anna Müller, Uniklinik RWTH Aachen

12:01 Uhr LIFE Triage
Dr. Robert Wunderlich, UK Tübingen

12:08 Uhr Gemeinsame Diskussion
„Chancen und Risiken: Innovationen in der Katastrophenmedizin

12:30 Uhr Ende

Die Veranstaltung ist offen für Interessierte. Bei Interesse an einer Online-Teilnahme melden Sie sich bitte per Mail an generalsekretariat@dgkm.org an

Stellungnahme Krankenhausreform 2024

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) zur Krankenhausreform 2024: Fokus auf Versorgungskapazitäten im Katastrophenfall

Die DGKM begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, die Krankenhauslandschaft durch die Verabschiedung des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) zukunftssicherer zu gestalten. Insbesondere die Einführung von Vorhaltepauschalen, die unabhängig von der Leistungserbringung eine finanzielle Stabilität für bestimmte Einrichtungen schaffen sollen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dabei sehen wir erhebliche Herausforderungen in Bezug auf die Sicherstellung ausreichender Kapazitäten für Katastrophenszenarien.

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Umfrage zum Thema Einsatzkräftemangel im Katastrophenschutz

Sie alle sind in vielfältigen Rollen im Bevölkerungsschutz tätig. Manchmal sind das auch mehrere Rollen – beim Arbeitgeber, im Ehrenamt – ggf. sogar in mehreren Funktionen. Wir alle können uns aber nicht teilen, können meist nur einer Funktion gerecht werden. Ziel dieser Befragung ist es, die Verfügbarkeit, Freistellungsmöglichkeiten und eine mögliche Mehrfachbelastung der Einsatzkräfte und Interessenten besser bewerten zu können. Zudem werden Ausbildungswünsche untersucht.

Die Teilnahme an der Umfrage dauert maximal 10 Minuten und ist vollkommen freiwillig. Eine Registrierung oder Angabe von Namen oder Kontaktdaten ist nicht erforderlich. Zielgruppe der Umfrage sind alle ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz. Aber auch Personen, die nicht ehrenamtlich engagiert sind, sind herzlich eingeladen, an der Befragung teilzunehmen. Es sind keine medizinischen oder inhaltlichen Vorkenntnisse notwendig. Die Befragung führen wir im Rahmen einer Kooperation der Universitätskliniken Aachen und Tübingen sowie der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) durch, sie wird von der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin e. V. (DGKM) federführend geleitet.

Unser Anliegen ist es, möglichst viele Einsatzkräfte zu erreichen, um ein aussagekräftiges und repräsentatives Bild der aktuellen Situation im Katastrophenschutz zu erhalten. Wir bitten Sie daher, den untenstehenden Link zur Umfrage auch an Ihre eigenen Netzwerke zu verteilen und an Interessierte weiterzuleiten.

Für Rückfragen oder Anmerkungen zur Umfrage stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie können uns auch per E-Mail unter umfrage@dgkm.org kontaktieren.
Den Link zur Umfrage finden Sie hier: https://lnkd.in/esg5Kb8Z

Wir danken Ihnen vielmals für Ihre Teilnahme und Ihre Unterstützung!

Aktuelle Entwicklungen im Bereich CBRN – Neue Leitfäden veröffentlicht

Nach Freisetzung von chemischen (C), biologischen (B) radiologischen (R), oder nuklearen (N) Agenzien, also in CBRN-Lagen muss mit einer erheblichen Zahl kontaminierter Personen gerechnet werden. Dies erfordert neben einem schnellen […]