CBRN-Schutz in der Katastrophenmedizin Kompetenz. Vorsorge. Sicherheit

Die Risiken durch chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahrenlagen -kurz: CBRN-Lagen- sind komplex, dynamisch und mit wesentlichen Veränderungen der Versorgungsketten im Ereignisfall verbunden. Ob Industrieunfall, Verkehrsunfall als eher Alltagslagen, bei Ausbruch von Infektionserkrankungen, bei gezieltem Anschlag oder einem Einsatz von Kriegswaffen: Akute Gefährdungen von Menschen, Tieren Sachwerten und der Umwelt aber auch für Einsatzkräfte und Einsatzablauf zur Gefahrenabwehr bestehen z.B. durch die Wirkmechanismen der freigesetzten Agenzien durch Kontaminationsverschleppung in besonders Maße. Daher bedarf es spezieller Konzepte zur Einsatzkräftesicherheit, zur Einsatzablaufsicherheit und natürlich zur Resilienzsteigerung im ganzheitlichen gesundheitlichen Bevölkerungsschutz, zu dem auch der Selbstschutz der Bevölkerung zählt.

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin e.V. (DGKM) bündelt seit über vier Jahrzehnten interdisziplinäres Know-how zur Bewältigung CBRN-Lagen in einer eigens dafür eingerichteten Arbeitsgemeinschaft, unserer „AG-medizinischer CBRN-Schutz“. Als wissenschaftliche Fachgesellschaft verstehen wir den CBRN-Schutz jedoch nicht als Spezialthema, sondern als Bestandteil unterprofessioneller und interdisziplinärer moderner Katastrophenvorsorge im Rahmen der Katastrophenmedizin.

Unsere Schwerpunkte im Bereich CBRN

  • Entwicklung von Handlungskonzepten
  • Beratung und Vernetzung
  • Praxisnahe Aus- und Fortbildung
  • Forschung und Entwicklungsarbeit

Warum CBRN-Kompetenz heute wichtiger denn je ist

Die Realität zeigt: Akzidentelle Ereignisse wie Unfälle mit Gefahrstoffen sind alltäglich. Dennoch stehen diese Ereignisse nicht im Fokus der Öffentlichkeit oder von Einsatzkräften, weil die besonderen Auswirkungen und Herausforderungen von Einsätzen, auch im Rahmen von individualmedizinischen Einsätzen im Rettungsdienst entweder nicht bekannt sind, oder aber im Wesentlichen den Feuerwehren zur Arbeit im kontaminierten Einsatzumfeld überlassen werden, wobei nur von Berufsfeuerwehren auch Rettungsdienstpersonal eingesetzt werden satt, wenn diese sich im Rettungsdienst beteiligen. Kommt es aber zu einer Vielzahl CBRN-kontaminierter Personen (CBRN-MANV) ist es wahrscheinlich, dass medizinisch geschultes Personal von Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz (Katastrophen- und Zivilschutz) außerhalb der Feuerwehren gebraucht wird. Fast tägliche Befassung mit Kriegswaffenfunden der vergangenen Kriege in Deutschland, der Ukraine-Krieg, die COVID-19-Pandemie und zunehmende Angriffe auf kritische Infrastrukturen verdeutlichen, wie notwendig Resilienzsteigerung, lageangepasste Konzeptentwicklung und qualifizierte Einsatz- und Führungskräfte gebraucht werden.

Unsere Mission: Vorsorge statt Verdrängung

Die DGKM engagiert sich dafür, dass der medizinische CBRN-Schutz nicht in Nischen verschwindet, sondern als tragfähige Fähigkeit im gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes verankert wird. Durch wissenschaftliche Arbeit, praktische Ausbildung und gesellschaftliche Aufklärung leisten wir einen entscheidenden Beitrag dafür.

AG Leitung: Jürgen Schreiber und Prof. Dr. med. Dirk Steinritz

Erreichbarkeit: ag-cbrn@dgkm.org