DGKM & Katastrophenmedizin: Mehr als Notfallmedizin

Katastrophen sind unplanbar. Doch brauchen sie – wenn sie sich ereignen – sofortige Bewältigungsstrategien. Ob durch Flut, Hitzewellen, Klimawandel, Erdbeben, Terror, Krieg oder Verseuchungen: Viele Menschen und häufig auch die Infrastruktur sind betroffen.

Es muss gesichtet, priorisiert, gerettet werden, stets mit dem Blick, schnellstmöglich wieder eine weitestgehend optimale individual-notfallmedizinische Versorgung zu erreichen.

Wir, die Mitglieder der DGKM, widmen uns schon heute der Entwicklung interdisziplinärer Bewältigungsstrategien. Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen engagieren sich in unserer Fachgesellschaft vorausschauend, kompetent und vielfältig für die Bewältigung im Katastrophenfall – damit mit unzähligen Betroffenen schnell gehandelt werden kann.

Unser Auftrag:

Das Unplanbare für den Ernstfall planbar machen.

Als interprofessionelle Fachgesellschaft denken & handeln wir unserer Zeit voraus, damit im Katastrophenfall interdisziplinär schnell gehandelt werden kann.

Wenn Sie aktiv an der Weiterentwicklung der Katastrophenhilfe mitwirken möchten, sich weiterbilden möchten oder sich im Rahmen Ihres Studiums für Expertise in diesem Fachgebiet interessieren, sprechen Sie uns an.

Hochkarätige Expertise – seit der Gründung bis heute verbinden wir Expertise höchster Güte in der Katastrophenbewältgung.

Starke Werte   – wir handeln nach den Grundsätzen der humanitären Hilfe: menschlich, neutral, unparteilich, unabhängig.

Interdisziplinäres Team – wir fördern den interprofessionellen Dialog und Lösungen rund um Katastrophenmedizin und Katastrophenmanagement.

Internationale Zusammenarbeit – als wissenschaftliche Fachgesellschaft pflegen wir nationale und internationale Kooperationen und Partnerschaften.

Beirat der DGKM

Der Beirat ist ein satzungsgemäßer Ausschuss der DGKM, eingerichtet auf Beschluss des Präsidiums vom 19.01.2025 mit Wirkung zum 01.11.2025 für zunächst zwei Jahre.
Mitglieder sind die Leitungen der Arbeitsgemeinschaften, Projektarbeitsgruppen sowie – nach Präsidiumsbeschluss – von Einzelprojekten.
Der Beirat hat eine beratende Funktion gegenüber dem Präsidium. Er tagt mindestens zweimal jährlich auf Einladung des Generalsekretärs. Vorstand, Präsidium und
Ehrenmitglieder besitzen Teilnahmerecht; der Generalsekretär ist Ansprechpartner im Präsidium.

Ziele und Aufgaben
• Förderung der Vernetzung und Abstimmung zwischen Arbeitsgremien und
Präsidium
• Kontinuierlicher Informationsaustausch über Inhalte, Prozesse, Projektstatus
und Herausforderungen
• Nutzung von Synergien sowie Unterstützung des Präsidiums durch Expertise
aus dem Beirat
• Entwicklung neuer Projektideen zur Diskussion und Entscheidung im
Präsidium

Arbeitsweise
Die Arbeitssitzungen dienen dem Austausch über aktuelle Ergebnisse, künftige Ausrichtungen und Koordination gemeinsamer Vorgehensweisen. Ergebnisse werden
protokolliert. Der Beirat bringt seine Expertise inhaltlich auch in Jahrestagungen, Kongresse oder andere Veranstaltungen der DGKM ein, wobei Entscheidungen
darüber im Präsidium erfolgen.

Nach zwei Jahren wird die Arbeit evaluiert, mit dem Ziel einer Fortführung bei positivem Ergebnis.

Kooperation mit der DGWMP

🎉 Gemeinsam für die Zukunft der Wehr- und Katastrophenmedizin!

Auf dem 56. Jahreskongress in Papenburg wurde die Kooperationsvereinbarung zwischen der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP) und der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) offiziell unterzeichnet. 🤝

Ziel der Zusammenarbeit ist es, Synergien zu nutzen, Wissen zu bündeln und die medizinische Versorgung in Krisen-, Katastrophen- und Einsatzlagen weiter zu stärken.

Mit dieser Kooperation setzen beide Gesellschaften ein starkes Zeichen für interdisziplinären Austausch, wissenschaftliche Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit und viele zukunftsweisende Projekte! 💪

Stellungnahme „Triage“

Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) e.V. zur gestrigen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) e.V. begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, mit der die gesetzlichen Regelungen zur sogenannten „Triage“ für nichtig erklärt wurden. Das Gericht hat klargestellt, dass ein derartiger Eingriff in die ärztliche Berufsfreiheit verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt war.

 

Die DGKM weist ausdrücklich darauf hin, dass der Begriff „Triage“ im aktuellen juristischen und politischen Diskurs häufig unscharf verwendet wird. In der Katastrophenmedizin – also der medizinischen Versorgung in Katastrophen oder Großschadensereignissen mit Mangel an Ressourcen –

 

ist die Sichtung ein fest etablierter, klinisch-organisatorischer Prozess zur Priorisierung der medizinischen Versorgung nach objektiven medizinischen Kriterien, um unter hohem Zeitdruck möglichst viele Betroffene adäquat zu behandeln. Diese Sichtung dient der Behandlungsreihenfolge, nicht der Behandlungsverweigerung.

 

Demgegenüber bezeichnet die Triage im intensivmedizinischen Kontext eine ethisch und rechtlich außergewöhnliche Situation, in der lebensrettende Ressourcen so knapp werden, dass Entscheidungen darüber getroffen werden müssen, welche Patientinnen und Patienten wie behandelt werden können. Dabei spielen vor allem individuelle Faktoren wie die Behandlungsindikation und Therapieziele, aber auch die Gesamtlage eine wichtige Rolle. Solche Lagen sind Ausdruck eines strukturellen Mangels und dürfen nicht mit der regulären Sichtung im Katastrophenfall verwechselt werden.

 

Bereits in ihrer Orientierungshilfe von 2021 („Covid-19-Pandemie – Medizinische und ethische Aspekte bei der Verteilung knapper Ressourcen und der Triage-Situation“) hat die DGKM hervorgehoben, dass ärztliche Entscheidungen in derartigen Extremsituationen nicht durch starre juristische Vorgaben ersetzt werden dürfen. Ärztliches Handeln muss sich an medizinischer Evidenz, ethischer Verantwortung und fachlicher Kompetenz orientieren – im Team, transparent und unter Anwendung des Mehraugenprinzips.

 

Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts stärkt die Therapiefreiheit und unterstreicht die Verantwortung von Ärztinnen und Ärzte, auch in außergewöhnlichen Situationen mit einem Ressourcenmangel. Für die Katastrophenmedizin ist entscheidend, Strukturen so zu gestalten, dass es gar nicht erst zu echten Triage-Situationen kommt. Die DGKM unterstreicht, dass das zentrale Ziel jeder Katastrophenvorsorge darin besteht, Ressourcenknappheit zu vermeiden und damit den strukturierten Aufbau eines gesundheitlichen Bevölkerungsschutzes weiter voranzubringen. Dazu gehören robuste Versorgungsstrukturen, eine vorausschauende Planung, die Sicherstellung personeller und materieller Ausstattung und sinnhafter Redundanzen sowie eine kontinuierliche Schulung medizinischer Einsatzkräfte im Bereich der Sichtung und Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

 

Gemeinsam mit anderen medizinischen Fachgesellschaften, wie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA), fordert die DGKM, dass zukünftige Regelungen zur Zuteilung knapper medizinischer Ressourcen nur unter aktiver Einbindung klinisch erfahrener Fachleute erarbeitet werden. Nur so können praxistaugliche und ethisch tragfähige Standards entstehen, die Ärztinnen und Ärzte in Ausnahmesituationen unterstützen, ohne sie zu überfordern.

 

Die DGKM wird sich weiterhin aktiv in die Diskussion und Weiterentwicklung einer Empfehlung um ethisch verantwortete und medizinisch fundierte Entscheidungsprozesse in Mangellagen einbringen – mit dem Ziel, die Katastrophenmedizin in Deutschland auf eine klare, menschenwürdige und praxisnahe Grundlage zu stellen.

 

DGKM_Stellungnahme_Triage2025-1

 

 

Unsere Mission

Katastrophen sind unvorhersehbar – doch ihre Bewältigung darf nicht unvorbereitet sein. Als Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) ist es unsere Mission, die Strukturen und Strategien für medizinische Notfallversorgung im Katastrophenfall nachhaltig zu verbessern. Dabei denken wir interdisziplinär, handeln interprofessionell und vernetzen uns gezielt mit allen relevanten Akteuren im Bevölkerungsschutz – national wie international.

Unsere Fachgesellschaft entwickelt zukunftsorientierte Konzepte, die helfen, auch unter extremen Bedingungen rasch eine effektive und menschenwürdige Versorgung sicherzustellen. Ob bei Flut, Hitzewellen, Krieg, Terror, Pandemien oder Umweltkatastrophen: Wir engagieren uns mit Weitblick und Fachwissen, um Sichtung, Priorisierung und Rettung schnellstmöglich zu ermöglichen – mit dem Ziel, individuelle notfallmedizinische Versorgung wiederherzustellen.

Dazu arbeiten wir eng mit Institutionen wie dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowie mit zahlreichen humanitären Organisationen zusammen. Unsere Expertise fließt beratend in Praxis, Lehre und Forschung ein – für eine resiliente Gesellschaft in Zeiten wachsender globaler Herausforderungen.

Unser ThinkTank

Die Deutsche Gesellschaft für Katastrophenmedizin (DGKM) ist der interdisziplinäre Think Tank für die Weiterentwicklung von Katastrophenmedizin, -management und -bewältigung. Als interprofessionelle Instanz bündeln wir Expertise aus Medizin, Technik, Logistik, Psychosozialer Versorgung, öffentlichem Gesundheitswesen und weiteren relevanten Bereichen.

Unser Ziel: vorausschauende Strategien entwickeln, um im Katastrophenfall – ob Naturereignis, technisches Versagen oder menschliches Einwirken – effizient und strukturiert handeln zu können. Wir befassen uns mit der Herausforderung, bei Großschadenslagen mit tausenden Betroffenen verschiedenster Krankheits- oder Verletzungsmuster eine koordinierte Versorgung sicherzustellen. Dabei setzen wir auf wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und praxisnahe Formate: vom DGKM-Handbuch über innovative Sichtungsprojekte (wie PRIOR und BiA) bis hin zu CBRN-Expertisen, Konsensuskonferenzen und sicherheitsrelevanter Forschung.

Unser Think Tank steht für Austausch, Innovation und Kompetenz – weil im Ernstfall jede Sekunde zählt.